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Notstromaggregat dimensionieren: kVA, kW und Anlaufströme richtig berechnen

Die häufigste Frage vor jeder Aggregatmiete lautet: Wie viel kVA brauche ich? Wer zu klein wählt, steht bei jedem Motoranlauf im Dunkeln. Wer zu groß wählt, zahlt Miete und Diesel für Leistung, die niemand abruft, und schadet dem Motor.

Containeraggregat mit 1.000 kVA Leistung für die mobile Stromversorgung

Ein Stromerzeuger ist kein Ersatzteil, das man nach Bauchgefühl bestellt. Er muss zu einem Lastprofil passen, das sich aus Dauerlast, Anlaufspitzen und der Art der Verbraucher zusammensetzt. Die gute Nachricht: Für eine belastbare Vorauswahl genügen vier Schritte und ein Taschenrechner. Die endgültige Auslegung übernehmen die Techniker unserer Partnerbetriebe im Rahmen des Angebots, kostenfrei.

Dieser Beitrag zeigt, wie Sie den Bedarf selbst überschlagen, welche Zuschläge realistisch sind und welche Angaben eine Anfrage enthalten sollte, damit Sie ein belastbares Angebot für einen mobilen Stromerzeuger erhalten.

kVA oder kW: warum die Verwechslung teuer wird

Generatoren werden in kVA angegeben, also in Scheinleistung. Maschinen, Pumpen und Heizungen tragen dagegen ein Typenschild in kW, der Wirkleistung. Beide Werte fallen nur bei rein ohmschen Verbrauchern (Heizstäben, Glühlampen) zusammen. Sobald Motoren, Trafos oder Vorschaltgeräte im Spiel sind, entsteht zusätzlich Blindleistung, die der Generator ebenfalls bereitstellen muss.

Der Zusammenhang steckt im Leistungsfaktor cos φ. Aggregate sind üblicherweise für cos φ 0,8 ausgelegt:

  • kVA = kW ÷ cos φ: Aus 80 kW Wirkleistung werden bei cos φ 0,8 also 100 kVA Scheinleistung.
  • Umgekehrt liefert ein 100-kVA-Aggregat nur rund 80 kW nutzbare Wirkleistung.

Wer die Werte gleichsetzt, plant im ungünstigsten Fall ein Viertel zu klein. Notieren Sie deshalb bei jedem Verbraucher, ob die Angabe kW oder kVA ist, und bei Motoren zusätzlich, ob die Zahl die abgegebene Wellenleistung oder die elektrische Aufnahmeleistung meint. Bei Motoren steht auf dem Typenschild in der Regel die Wellenleistung; die Aufnahme liegt um den Wirkungsgrad höher, bei kleinen Motoren um 10 bis 20 Prozent.

Stromerzeuger mieten: von der Anfrage bis zum Rücktransport

Die Animation zeigt in fünf Schritten, wie es abläuft: Anfrage, Lieferung, Anschluss, Betrieb und Abholung. Unter der Zeichnung steht zu jedem Schritt, was dabei passiert.

Animation: Ein Lkw bringt den Stromerzeuger und setzt ihn neben der Halle ab. Ein Elektrofachbetrieb schließt ihn an, im Betrieb gehen in der Halle die Lichter an. Nach der Mietdauer holt der Lkw das Aggregat wieder ab.
  • Strom
  1. Schritt 1 von 5 · AnfrageVerbraucher und Leistung erfassenSie stellen Verbraucher, Leistung und Mietdauer zusammen. Der Anbieter hilft, das passende Aggregat auszuwählen, und erstellt ein individuelles Angebot.
  2. Schritt 2 von 5 · LieferungLieferung in ganz ÖsterreichDer Anbieter liefert den Stromerzeuger an den Einsatzort. Dort braucht es genug Platz für das Aggregat und die Brennstoffversorgung.
  3. Schritt 3 von 5 · AnschlussAnschluss durch den FachbetriebEin befugter Elektrofachbetrieb schließt das Aggregat an Ihre Anlage an, danach wird es fachgerecht in Betrieb genommen.
  4. Schritt 4 von 5 · BetriebStrom für Ihre VerbraucherDer Dieselmotor treibt den Generator an, der Strom fließt über das Kabel zu Ihren Verbrauchern. Größere Aggregate laufen problemlos im 24-Stunden-Dauerbetrieb.
  5. Schritt 5 von 5 · AbholungDemontage und RücktransportNach der vereinbarten Mietdauer holt der Anbieter das Gerät ab, übernimmt die Demontage und organisiert den Rücktransport.

Der erste Schritt ist die Anfrage. Beschreiben Sie Ihr Vorhaben. Wir holen bis zu drei Vergleichsangebote ein, kostenlos und unverbindlich.

Schritt 1: alle Verbraucher erfassen

Erstellen Sie eine simple Liste: Verbraucher, Anzahl, Leistung, Anlaufverhalten, „läuft gleichzeitig ja/nein“. Diese Liste ist die halbe Auslegung. Als grobe Orientierung dienen folgende Richtwerte aus der Praxis; maßgeblich bleibt immer das Typenschild Ihrer Anlage.

VerbraucherTypische LeistungsaufnahmeAnlaufverhalten
Baustellenbeleuchtung, LED-Lichtmast0,5 bis 2 kW je Mastunkritisch
Baustromverteiler mit Handwerkzeug5 bis 15 kWgering
Kühlcontainer 20 Fuß3 bis 8 kW je Einheithoch beim Verdichterstart
Kaltwassersatz 100 kW Kälteleistung30 bis 40 kWhoch, abhängig von Anlaufhilfe
Kran- und Hebezeug15 bis 60 kWsehr hoch, kurzzeitig
Tauch- und Kreiselpumpen2 bis 30 kWhoch
Serverraum inklusive KlimatisierungSumme der IT-Last plus 30 bis 50 Prozentgering (USV vorgeschaltet)
Elektroheizmobil20 bis 100 kWunkritisch (ohmsch)

Erfassen Sie auch die Verbraucher, die nur selten laufen: Der Kompressor, der zweimal am Tag anspringt, bestimmt oft die Baugröße des gesamten Aggregats.

Schritt 2: Anlaufströme berücksichtigen

Ein Drehstrommotor zieht im Moment des Einschaltens ein Vielfaches seines Nennstroms. Das Netz eines Energieversorgers steckt das weg, ein Aggregat nicht: Spannung und Frequenz brechen ein, im schlechten Fall fällt die gesamte Anlage aus. Wie hoch die Spitze ausfällt, hängt an der Anlaufart.

AnlaufartAnlaufstrom (Vielfaches des Nennstroms)Bewertung für Aggregatbetrieb
Direktanlaufca. 5- bis 8-fachungünstig, erzwingt große Aggregate
Stern-Dreieck-Anlaufca. 2- bis 3-fachbrauchbar, Umschaltstoß beachten
Sanftanlaufgerät (Softstarter)ca. 2- bis 3-fachgut, deutlich kleinere Baugröße möglich
Frequenzumrichterca. 1- bis 1,5-fachsehr gut, dafür Oberschwingungen prüfen

Zwei Regeln haben sich bewährt: Der größte Motor wird zuerst gestartet, solange das Netz unbelastet ist. Und mehrere große Verbraucher werden über eine Startverriegelung zeitversetzt zugeschaltet. Allein damit lässt sich die notwendige Aggregatgröße häufig um eine ganze Leistungsklasse senken.

Frequenzumrichter, USV-Anlagen und LED-Netzteile bringen ein zweites Thema mit: Oberschwingungen. Bei einem hohen Anteil nichtlinearer Lasten (Faustregel ab etwa einem Drittel der Gesamtlast) gehört das in die Anfrage, weil der Generator dann größer oder mit angepasster Wicklung gewählt wird.

Schritt 3: Gleichzeitigkeit und Reserve realistisch ansetzen

Selten laufen alle Verbraucher gleichzeitig. In der Elektroplanung wird das über den Gleichzeitigkeitsfaktor abgebildet. Typisch sind:

  • Baustelle mit gemischtem Gewerk: 0,4 bis 0,6
  • Veranstaltung mit Ton, Licht, Gastronomie: 0,6 bis 0,8
  • Produktion im Dauerbetrieb: 0,8 bis 1,0
  • Sicherheitsstromversorgung: 1,0, hier läuft im Ernstfall alles, was auf der Notstromschiene hängt

Auf die so ermittelte Dauerlast kommt eine Reserve von 10 bis 20 Prozent. Sie deckt Messunschärfen, spätere Nachrüstungen und den Leistungsverlust bei Hitze und Höhe ab: Über etwa 1.000 Metern Seehöhe und bei hohen Umgebungstemperaturen verliert ein Dieselaggregat spürbar Leistung, in alpinen Lagen Österreichs ein realer Faktor, den der Anbieter über die Derating-Kurve des Motors berücksichtigt.

Schritt 4: ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Tischlereibetrieb in Oberösterreich überbrückt einen Trafotausch und braucht für drei Tage Ersatzstrom. Die Aufstellung:

  • Absauganlage 15 kW, Stern-Dreieck-Anlauf
  • Zwei CNC-Maschinen je 11 kW, Frequenzumrichter
  • Druckluftkompressor 7,5 kW, Direktanlauf
  • Beleuchtung, Büro, Lackierraum zusammen 12 kW

Dauerlast: 15 + 22 + 7,5 + 12 = 56,5 kW. Mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,8 ergeben sich rund 45 kW. Umgerechnet bei cos φ 0,8 sind das rund 57 kVA.

Anlaufspitze: Kritisch ist der Kompressor mit Direktanlauf. 7,5 kW mit Faktor 6 bedeuten kurzzeitig rund 45 kW zusätzlich zur laufenden Grundlast. Damit liegt die Spitze über der berechneten Dauerlast.

Ergebnis: Gewählt wird ein Aggregat mit 100 kVA. Es fährt im Normalbetrieb bei rund 55 bis 60 Prozent Auslastung (der ideale Bereich) und verkraftet den Kompressorstart ohne Spannungseinbruch. Ein 63-kVA-Gerät wäre rechnerisch knapp ausreichend gewesen und in der Praxis bei jedem Kompressorstart in die Knie gegangen.

Rechner

Aggregatgröße selbst überschlagen

Der Rechenweg dieses Abschnitts als Werkzeug: Werte eintragen, Ergebnis sofort ablesen und mit einem Klick in die passende Anfragestrecke wechseln.

Wirkleistung laut Typenschild addieren, auch Geräte, die nur selten laufen.

Anteil der Verbraucher, der tatsächlich gleichzeitig läuft.

0 eintragen, wenn keine Motoren oder Verdichter angeschlossen sind.

Bestimmt die kurzfristige Spitze beim Einschalten.

Deckt Messunschärfen und den Leistungsverlust bei Hitze und Höhe ab.

Die Berechnung läuft in Ihrem Browser. Ihre Eingaben werden nicht übertragen.

Ergebnis

– kVA

Empfohlene Aggregatklasse

Dauerlast mit Gleichzeitigkeit
– kW
Scheinleistung im Dauerbetrieb
– kVA
Bedarf beim größten Motorstart
– kVA
Auslastung im Normalbetrieb
– %

Passendes Angebot anfordern

Womit der Rechner arbeitet

  • Leistungsfaktor cos φ 0,8, der übliche Auslegungswert für Mietaggregate.
  • Die Anlaufspitze wird ohne zusätzliche Reserve gerechnet, weil sie nur Sekunden dauert.
  • Empfohlen wird die nächstgrößere marktübliche Leistungsklasse.

Alle Ergebnisse sind Richtwerte für die Vorauswahl. Verbindlich ist die Auslegung durch den Anbieter. Sie ist im Angebot enthalten und für Sie kostenlos.

Rechenweg und häufige Fragen

So rechnet der Rechner

Der Rechner geht in drei Schritten vor:

  1. Dauerlast: Summe aller Verbraucher × Gleichzeitigkeitsfaktor. Daraus wird mit der gewählten Reserve und cos φ 0,8 die nötige Scheinleistung: kVA = kW × (1 + Reserve) ÷ 0,8.
  2. Anlaufspitze: Die übrige Last läuft bereits, der größte Motor kommt mit seinem Anlauffaktor dazu: kVA = (Grundlast + Motor × Faktor) ÷ 0,8.
  3. Empfehlung: Der größere der beiden Werte wird auf die nächste marktübliche Klasse aufgerundet, von 20 kVA bis 2.000 kVA.

Zusätzlich wird die Auslastung im Normalbetrieb ausgewiesen. Sie sollte zwischen 50 und 80 Prozent liegen: Darunter verrußt ein Dieselmotor, darüber fehlt jede Reserve.

Wenn der Motorstart die Baugröße bestimmt

Liegt der Anlaufwert deutlich über der Dauerlast, lohnt sich fast immer ein Blick auf die Anlaufart. Ein Sanftanlaufgerät oder ein Frequenzumrichter senkt die Spitze um die Hälfte bis zwei Drittel und damit oft die Aggregatklasse um ein bis zwei Stufen. Das gleiche Ergebnis erreichen Sie durch eine Startverriegelung, die große Verbraucher zeitversetzt zuschaltet und den größten Motor zuerst startet, solange das Netz unbelastet ist.

Wie genau ist das Ergebnis?

Für die Vorauswahl der Leistungsklasse genügt der Überschlag in aller Regel. Die verbindliche Auslegung übernehmen die Techniker der Partnerbetriebe: Sie berücksichtigen zusätzlich Oberschwingungen nichtlinearer Lasten, das Derating bei Hitze und Seehöhe sowie die zulässigen Spannungs- und Frequenzeinbrüche.

Warum wird bei niedriger Auslastung gewarnt?

Ein Dieselmotor unter etwa 30 Prozent Dauerlast erreicht seine Betriebstemperatur nicht sauber. Unverbrannter Kraftstoff setzt sich in Abgasstrecke und Turbolader ab. In diesem Fall ist ein kleineres Aggregat mit reduzierter Anlaufspitze die bessere Wahl, oder eine Kombination aus zwei Geräten.

Muss ich Klimaanlagen und Kühlung extra rechnen?

Nein, sie gehören in die Summe der Verbraucher. Wichtig ist nur, dass Sie die elektrische Aufnahmeleistung eintragen und nicht die Kälteleistung. Die liegt um ein Vielfaches höher. Den Zusammenhang rechnet der Kälteleistungs-Rechner.

Grundlagen dieses Rechners: OVE E 8101: Elektrische Niederspannungsanlagen, verbindlich nach ETV 2020, TAEV: Technische Anschlussbedingungen der Netzbetreiber, ISO 8528: Stromerzeugungsaggregate mit Hubkolben-Verbrennungsmotor, Leistungsklassen.

Zu groß ist auch falsch: das Teillastproblem

Ein Dieselmotor, der dauerhaft unter etwa 30 Prozent seiner Nennleistung läuft, erreicht seine Betriebstemperatur nicht sauber. Unverbrannter Kraftstoff und Ölkohle setzen sich in Abgasstrecke und Turbolader ab, im Fachjargon „wet stacking“. Die Folgen: Rauchentwicklung, Leistungsverlust, zusätzliche Serviceeinsätze und im Extremfall ein Motorschaden.

Halten Sie deshalb diese Bandbreite ein:

  • 50 bis 80 Prozent Auslastung: optimaler Bereich für Verbrauch, Standzeit und Reserve.
  • unter 30 Prozent Dauerlast: kleineres Aggregat wählen oder zwei Geräte kaskadieren.
  • über 90 Prozent Dauerlast: keine Reserve, jeder Zusatzverbraucher führt zur Abschaltung.

Bei stark schwankendem Bedarf (tagsüber Produktion, nachts nur Kühlung) ist die Kombination aus einem großen und einem kleinen Aggregat wirtschaftlicher als ein einzelnes Gerät für die Spitzenlast. Wenn Sie eine bestehende Notstromanlage unter realer Last prüfen möchten, führt der Weg über eine Lastbank.

Anschluss, Umschaltung und Aufstellung

Die elektrische Leistung ist nur die halbe Miete. Vor der Anlieferung sollten diese Punkte geklärt sein:

  • Einspeisepunkt: Wird am Hauptverteiler, Unterverteiler oder Baustromverteiler eingespeist? Welche Steckvorrichtung oder welcher Kabelanschluss ist vorhanden?
  • Netzumschaltung: Eine Rückspeisung ins öffentliche Netz muss sicher ausgeschlossen sein. Erforderlich ist eine Umschalteinrichtung, die Netz und Generator gegeneinander verriegelt; Grundlage sind die OVE E 8101 und die Technischen Anschlussbedingungen (TAEV) des Netzbetreibers.
  • Erdung und Schutzkonzept: Netzform, Erder und Fehlerstromschutz gehören zusammen geplant. Die Anlage wird vor Inbetriebnahme geprüft und dokumentiert.
  • Aufstellfläche: tragfähiger, ebener Untergrund, Zufahrt für Kran oder Tieflader, Abstand zu Gebäudeöffnungen wegen der Abgase, freie Luftführung für den Kühler.
  • Lärm: In bewohnter Umgebung entscheidet der Aufstellort über die Genehmigungsfähigkeit. Die Details stehen im Beitrag Lärmschutz und Genehmigung.
  • Treibstoff: Tankinhalt, Nachschub und Betankung, nachzulesen unter Dieselverbrauch und Treibstoffversorgung.

Fünf Fehler, die in der Praxis am häufigsten vorkommen

  1. kW mit kVA gleichgesetzt. Ergebnis: rund 20 Prozent zu klein.
  2. Anlaufströme ignoriert. Das Aggregat trägt die Dauerlast, bricht aber bei jedem Motorstart ein.
  3. Nur die Spitzenlast betrachtet. Das Gerät ist zu groß, läuft dauerhaft in Teillast und verrußt.
  4. Umschaltung vergessen. Ohne Netzumschalteinrichtung darf nicht eingespeist werden. Der Einsatz verzögert sich um Tage.
  5. Zubehör übersehen. Kabel, Verteiler, Erder, Tankanlage und Fernüberwachung gehören in die Anfrage, sonst stimmt der Angebotsvergleich nicht.

Wenn Sie Ihre Liste beisammen haben, genügt eine kurze Nachricht über das Anfrageformular: Wir holen dazu bis zu drei Vergleichsangebote von Partnerbetrieben in Ihrer Region ein.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kW liefert ein 100-kVA-Aggregat?

Bei dem üblichen Leistungsfaktor cos φ 0,8 sind das rund 80 kW Wirkleistung. Die Umrechnung lautet kW = kVA × cos φ. Umgekehrt gilt: Wer 80 kW Wirkleistung braucht, benötigt mindestens 100 kVA Scheinleistung.

Welche Reserve soll ich einplanen?

10 bis 20 Prozent auf die berechnete Dauerlast sind üblich. Entscheidender als die Reserve ist jedoch der größte Anlaufstrom: Er bestimmt bei Motorlasten in der Regel die Baugröße.

Kann ein Aggregat dauerhaft in Teillast laufen?

Kurzzeitig ja, dauerhaft nicht. Unter etwa 30 Prozent Auslastung erreicht ein Dieselmotor seine Betriebstemperatur nicht und verrußt. Bei dauerhaft niedriger Last ist ein kleineres Aggregat die bessere Wahl, oder ein Lastwiderstand, der die Mindestlast sicherstellt.

Brauche ich für ein Mietaggregat eine Genehmigung?

Für den kurzfristigen Einsatz auf einer Baustelle in der Regel nicht, für den dauerhaften Betrieb in einer genehmigten Betriebsanlage sehr wohl. Maßgeblich sind die Gewerbeordnung, die Lärm- und Luftvorgaben sowie das Landesrecht. Details stehen im Beitrag zu Lärmschutz und Genehmigung.

Wie schnell ist ein Aggregat in Österreich verfügbar?

Gängige Leistungsklassen bis etwa 500 kVA sind bei planbaren Projekten meist binnen weniger Tage verfügbar, im Notfall häufig innerhalb von 24 Stunden. Sonderausführungen, sehr große Einheiten und Containeraggregate brauchen mehr Vorlauf, weil Transport und Kran organisiert werden müssen.

Regelwerke und Grundlagen dieses Beitrags

  • OVE E 8101: Elektrische Niederspannungsanlagen, verbindlich nach der Elektrotechnikverordnung 2020 (ETV 2020)
  • TAEV: Technische Anschlussbedingungen für den Anschluss an öffentliche Versorgungsnetze
  • ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) samt Elektroschutzverordnung
  • Gewerbeordnung 1994 (GewO), §§ 74 ff.: Betriebsanlagenrecht

Gesetze und Verordnungen finden Sie im Rechtsinformationssystem des Bundes, ÖNORMEN bei Austrian Standards, OVE-Normen beim OVE. Dieser Beitrag gibt den Stand von Oktober 2026 wieder und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Verbindlich sind Bescheid und Fachplanung.

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